Altersarmut

Altersarmut geht uns alle an! Frauen sind am stärksten betroffen und das hat verschiedene Ursachen. Laut Deutschem Alterssurvey (DEAS) erbringen Frauen deutlich häufiger und mit höherem zeitlichem Aufwand unbezahlte Sorgetätigkeiten in jungen Jahren für Kind(er) und später für pflegebedürftige Angehörige. So leisten Frauen täglich 87 Minuten mehr unbezahlte Sorgetätigkeit als Männer. Und „…für die zweite Lebenshälfte gilt [Personen zw. 40 und 85 Jahren]: Haus-, Familien und Pflegearbeiten werden mehrheitlich von Frauen verantwortet.“

Quelle: Klaus, Daniela & Vogel, Claudia (2019): Unbezahlte Sorgetätigkeiten von Frauen und Männern im Verlauf der zweiten Lebenshälfte (https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2F978-3-658-25079-9_6.pdf, S. 91-112)

Die stärkere Beanspruchung der Frauen für die Sorgetätigkeit birgt vielfältige Benachteiligungen für die Frauen. Dies betrifft sowohl die finanziellen als auch die gesellschaftlichen Ergebnisse. Es ergibt sich eine „Ungleichverteilung gesellschaftlicher Wertschätzung“, „finanzieller (Un-) Abhängigkeit“ sowie damit verbunden der Absicherung im Rentenalter (Quelle: wie oben).

„Die Übernahme von Kindererziehung und Pflegetätigkeiten in der Familie werden als Hauptrisikofaktoren für Armut im Alter genannt.“ (Quelle: wie oben).

Daneben sind hohe gesundheitliche und soziale Belastungen bei pflegenden Personen feststellbar. Sofern Letztere arbeiten, kommt es wieder zu Vereinbarkeitsproblematik. Das führt häufig erneut zur Reduzierung der Arbeitszeit sowie eingeschränkten Berufs- und Karrierechancen bei Reduzierung oder gar Aufgeben der Erwerbstätigkeit.

Denn: Die Eigenständigkeit der Alterssicherung von Frauen ist bisher nicht gegeben; Frauen bleiben in ihrem Lebensstandard - in der Erwerbsphase wie in der Altersphase - auf Unterhaltsleistungen ihrer Ehemänner angewiesen.
Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung (https://www.bpb.de/politik/innenpolitik/rentenpolitik/222345/was-ist-altersarmut)

Was bleibt ist der Aufruf an alle Frauen und Männer:

  • Überlegen Sie sich genau, wie Sie mit der Frage Vereinbarkeit von Berufs- und Familien-/Pflegearbeit umgehen?
  • Kann Familien- und Pflegearbeit anders verteilt werden?
  • Wie lange können und wollen Sie oder Partner/in aus dem Beruf aussteigen oder Arbeitszeiten reduzieren?
  • Welche zusätzlichen Absicherungsmöglichkeiten (staatliche oder private) zur Altersvorsorge stehen zur Verfügung?