Wirtschaftsförderung: Die Kampagne „Wir für Viernheim“ geht weiter

Neues Format: Viernheimer Prominente rufen die Bürger auf, die lokalen Gaststätten zu unterstützen +++ www.wir-fuer-viernheim.de

Die aktuelle Pandemie beeinträchtigt alle Lebensbereiche. Besonders hart trifft es die Gastronomie in Viernheim, die seit dem Teil-Lockdown am 2. November wieder schließen musste und sich bis heute noch nicht von den wirtschaftlichen Einbußen des Frühjahres erholt hat. Seit letzter Woche steht fest, dass die Gaststätten nun bis einschließlich 31.12.2020 zu bleiben müssen.

Mit der Fortführung der Werbekampagne Wir für Viernheim“möchte die Stadt Viernheim verstärkt auf die bestehenden Lieferservice- und Abholangebote der lokalen Gastronomieszene aufmerksam machen.

Im Bürgerhausrestaurant „Galicia“ wurde nun die Kampagne, die zum 1. Dezember in einem neuen Format fortgesetzt wird, von Bürgermeister Matthias Baaß, Wirtschaftsförderer Alexander Schwarz und der Werbeagentur Neitzel GbR vorgestellt. Gleichzeitig gab die Wirtin des Bürgerhaus-Restaurants Sonia Donnici interessante Einblicke, mit welchen Herausforderungen sie seit der Corona-Pandemie zu kämpfen hat.

Bekannte Viernheimer Persönlichkeiten rufen zur Unterstützung der Viernheimer Gastronomie auf

Bürgermeister Matthias Baaß hatte die städtische Wirtschaftsförderung darum gebeten, die Aktion „Wir für Viernheim“, die im Frühjahr mit Ausbruch der Pandemie erstmals ins Leben gerufen wurde, in einem neuen Format fortzusetzen, sobald Gastronomie oder Einzelhandel wieder in starkem Maße erneut von Einschränkungen betroffen sind. “Die Dürrezeit für die Restaurantbetriebe war abzusehen”, so Baaß.

Unterstützung bekommt die Kampagne nun von zahlreichen bekannten Viernheimer Gesichtern. Unter dem Motto „Wir für Viernheim" lassen sie sich durch die lokale Gastronomieszene begleiten und verraten in einem kurzen Statement, welches ihr Lieblingsgericht ist und welchen Liefer- und Abholservice in Viernheim sie gerne in Anspruch nehmen.
 
Ihr Ziel ist es dabei, auch andere Viernheimer Bürger zu motivieren, ihr Lieblingsessen „Vor-Ort“ zu bestellen und so die heimische Gastronomie während der Corona-Krise zu stärken. Ein Herzensprojekt für alle Akteure, das vor allem eines zeigt: Ein großes Stück Heimatliebe und viel Verbundenheit mit der Stadt und ihren Unternehmern.

„Mit der Kampagne „Wir für Viernheim“ ist uns ein wichtiger Schritt gelungen, die lokale Gastronomieszene zu unterstützen, damit das vielfältige Angebot auch nach der Krise erhalten bleiben kann“, so Bürgermeister Matthias Baaß, der sich gleichzeitig sehr darüber freut, „dass sich so viele bekannte Persönlichkeiten unserer Stadt bereit erklärt haben, unser Projekt zu unterstützen.“

Auch Wirtschaftsförderer Alexander Schwarz ist von der Kampagne überzeugt: „Die Corona-Krise hat und wird uns in den kommenden Wochen noch viel abverlangen“, so Schwarz. Umso wichtiger sei es, wieder ein Stück Normalität in den Alltag zu holen, damit die Unternehmen auch in Viernheim mit einer großen Portion Gemeinschaftssinn gut durch die Krise kommen. „Jeder Bürger kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, in dem er den Liefer- und Abholservice unserer Gastronomen jetzt und auch zukünftig in Anspruch nimmt.“

Kompetente Unterstützung der Kampagne durch die Werbeagentur Neitzel GbR

Für die Umsetzung des Projekts konnten Jessica und Sabrina Neitzel von der Viernheimer Neitzel Werbeagentur GbR gewonnen werden. “Beide sind echte Profis im Onlinemarketing und Grafikdesign und haben schon viele ähnliche Projekte erfolgreich realisiert“, hebt der städtische Wirtschaftsförderer das Engagement und die Energie der beiden Damen hervor.

„Die Kampagne wird mit einer eigenen Internetseite unter www.wir-fuer-viernheim.de sowie auf der Facebook-Seite der Stadt Viernheim beworben“, erklärt Jessica Neitzel. Zusätzlich werden im Stadtgebiet Bauzaunbanner aufgehängt, da nicht jede Person Zugang zum Internet hat. Beginnen wird die Kampagne mit Pfarrer Dr. Ronald Givens. Wer danach kommen wird, lassen die Akteure noch offen. „Wir haben insgesamt 12 Zusagen erhalten, die wir nach und nach bis in den Januar hinein veröffentlichen werden“, so Schwarz, der sich in diesem Zug bei allen Mitwirkenden bedankt, die der Kampagne „ein Gesicht“ geben werden.

Fester Kundenstamm hält Restaurant „Galicia“ die Treue

Viel Zeit und Geld hat die Wirtin des Bürgerhaus-Restaurants Sonia Donnici, die zusätzlich noch je zwei weitere Restaurants und Hotels in Viernheim betreibt, seit März investiert, um alle Geschäfte so gut wie möglich am Laufen zu halten. Mit Plexiglas im Innenbereich sowie Zelten und Heizpilzen für den Außenbereich konnte der Betrieb die letzten Wochen gut weitergehen. „Aufgrund der erneuten Schließung müssen wir jetzt wieder auf Liefer- und Abholservice umsteigen“, der aber laut Donnici dank eines treuen Kundenstamms zum Glück gut angenommen wird. Aber auch hierfür waren im Vorfeld einige Investitionen für Lieferautos, Verpackungsmaterial und Warmhalteboxen zu tätigen. „Das Geld muss ein Gastronom in der jetzigen Situation aber erst einmal haben, um auf Lieferservice umsteigen zu können“, so Donnici. Selbst ein Pizzaofen wurde extra angeschafft, da die Nachfrage hier am größten ist.

Damit die Einnahmen aber auch zu 100 Prozent beim Gastronom ankommen sei es wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger direkt im jeweiligen Restaurant entweder über die eigene Homepage oder telefonisch bestellen, anstatt über einen externen Lieferdienst, da diese vom Umsatz bis zu 13 Prozent erhalten. „Wenn ich die anderen Kosten wie z. B. Personal und Benzin noch dazu rechne, bleibt am Ende nicht mehr viel übrig“, bedauert Sonia Donnici.
 
Bezüglich der finanziellen Unterstützung von Seiten der Regierung ist die gebürtige Spanierin geteilter Meinung. „Bei uns in Spanien gibt es solche Hilfen nicht, das muss man ganz klar sagen“. Aber die Antragstellung sei sehr kompliziert sowie schwierig zu beantragen und für sie „Horror mal fünf“. „Beim einem Antrag sind wir leider gescheitert, da wir nur 45 Prozent Verlust von vorgeschriebenen 50 Prozent vorweisen konnten“. Auch dauert die Antragsabwicklung ihrer Meinung nach zu lange, bis die Hilfe bei dem Unternehmer ankommt.

Bezüglich der beiden Hotels, die Sonia Donnici in Viernheim betreibt, ist sie froh, dass die Buchungen hier nicht wesentlich zurückgegangen seien, da hier nicht der Tourismus im Vordergrund stünde. „Wir haben in der Regel viele Handwerker und Monteure zu Gast und den Preis entsprechend angepasst“, so Donnici abschließend. Trotzdem hofft sie, dass das Ganze bald ein Ende hat und sie „aus dem bösen Traum aufwacht.“