„Wasser Marsch“: Verbesserungen für Mensch und Natur

Neues Gießfahrzeug des Stadtbetriebs sorgt für effizientere Bewässerung im gesamten Stadtgebiet

Angesichts des heißen und trockenen Sommers sind die Bäume und Pflanzen in Viernheim darauf angewiesen, dass sie intensiv gegossen werden. Nun hat der Stadtbetrieb dafür im Mai zusätzlich ein neues Gießfahrzeug angeschafft.

Gerade jetzt bei diesen heißen Temperaturen bewährt sich die Anschaffung, denn bisher wurden die Bewässerungsarbeiten der Grünanlagen ausschließlich mit Wasserfässern und Pumpen, die auf ein Pritschenfahrzeug aufgesattelt wurden oder mit Wasserfässern auf Anhängern, durchgeführt. Dies war je nach Witterung sehr aufwändig und zeitintensiv.

„Bei einer längeren Besichtigung unserer Grünflächen zu Beginn meiner Amtszeit kam ich mit dem zuständigen Teamleiter über diese Abläufe ins Gespräch“ schildert Erster Stadtrat Bastian Kempf. „Und auf meine Bitte hin, sich Gedanken über eine Verbesserung zu machen, saß Herr Sejak schon kurze Zeit später in meinem Büro und hat mir einen überzeugenden Vorschlag präsentiert“, sagt der auch für den Stadtbetrieb zuständige Dezernent. Diesen habe er kurzerhand zusammen mit der Betriebsleitung der Betriebskommission vorgestellt, um das Fahrzeug noch in diesem Sommer zum Einsatz bringen zu können. „Mein Dank für die hervorragende Zusammenarbeit gilt der Betriebskommission, der Betriebsleitung, allen Mitarbeitern des Teams ‚Grün‘ sowie natürlich Herrn Sejak“ fügt er an.

Mit dem gebrauchten Fahrzeug des Herstellers Hansa können viele Bewässerungsarbeiten durch die neue Gießvorrichtung deutlich effizienter erfolgen. Die neue Technik mit 1800 Liter Wasserfass, hydraulischer Pumpe und zusätzlichem Gießarm ermöglicht das problemlose Bewässern von Pflanzbeeten sowie aufgehängten Blumenampeln und ist insgesamt rationeller. „Mit dem elektrischen Gießarm geht das Gießen viel komfortabler. Man muss nicht aussteigen wie zuvor bei den Gießtraktoren. Durch den Gießarm können vor allem die Blumenampeln bis zu einer Höhe von 3,80 Metern versorgt werden“, berichtet Christoph Blaeß, Mitarbeiter beim Stadtbetrieb. Auch das Gießen von Baumscheiben erfolgt zeitsparender, da mehr Gießvorgänge hintereinander erfolgen und Sickerpausen effektiv genutzt werden können. „Für einen Bereich, für den ich zuvor 3 Tage zum Bewässern benötigt habe, brauche ich nun nur noch 1,5 Tage“, berichtet der Bauhofkollege Manfred Busalt. Darüber hinaus kann die Wassermenge, die aufgebracht wird, reguliert werden, das sind bis zu 70 Liter pro Minute, sodass ein Baum mit einem Wasserbedarf von ca. 120 Litern in kürzester Zeit bewässert werden kann. Zusätzlich bietet das Gießfahrzeug mehr Arbeitsschutz für die Mitarbeiter, da besondere Gießaufgaben nun mit dem Gießarm erledigt werden können. Das Fahrzeug kann mit bis zu 60 km/h den Einsatzort schneller wechseln als die Traktoren, die mit maximal 25 km/h unterwegs sind. „All dies führt zu einer Mehrleistung von ca. 30 - 50 Prozent je nach Anlage“, fasst Stadtbetriebsleiter Rainer Kempf begeistert zusammen.

Dank eines verbauten C-Rohranschlusses kann das Wasserfass durch das Standrohr an mehreren Stellen im Stadtgebiet befüllt werden. Somit entfallen frühere lange Fahrten zum Befüllen, womit gleichzeitig zum Umweltschutz beigetragen wird. Das Fahrzeug ist außerdem flexibel und besonders wendig in Bereichen, wo zum Beispiel Autos parken. Unter Zuhilfenahme der Schlauchhaspel mit zusätzlichem Schlauch und einem von Hand geführten Gießarm können nun auch schwer zugängliche Stellen bis zu einem Radius von 20 Metern erreicht werden. Auch für den Winterdienst kann das Fahrzeug durch zusätzliche Anbaugeräte wie Streuer und Kehreinheit flexibel für verschiedene Witterungslagen eingesetzt werden. Dass das Fahrzeug zudem leiser als zuvor genutzte Fahrzeuge mit Dieselantrieb ist, freut insbesondere viele Anwohner. Der Kaufpreis für das Fahrzeug inklusive aller Anbaugeräte betrug insgesamt rund 56.000 Euro.

„Nach den vorangegangen trockenen Jahren mussten wir unbedingt Maßnahmen zur effektiveren Bewässerung ergreifen und tragen so zum Erhalt unserer Grünanlagen und damit auch zum Schutz der Natur und des Klimas bei. Aber das neue Gießfahrzeug kommt nicht nur den Pflanzen zugute, wir schaffen auch gute und moderne Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeiter – insbesondere bei diesen Temperaturen“, so Erster Stadtrat Bastian Kempf. „Mit dieser Maßnahme schaffen wir mehr als den berühmten Tropfen auf den heißen Stein.“