Was ist zu tun?

Handeln in Viernheim nach dem Attentat in Hanau

„Was ist zu tun?“ Diese Frage hat Bürgermeister Matthias Baaß am Tag nach dem Attentat in Hanau beschäftigt: „Die Morde der Terrorgruppe NSU, der Mord am Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke, dann Halle, jetzt Hanau. Wie kann solchen Attentätern und der zugrundeliegenden Ideologie der Nährboden entzogen werden? Bezogen auf die Verantwortung in Viernheim.“ Baaß hat sich als Kommunalverantwortlicher Gedanken gemacht, was vor Ort sein Beitrag sein kann.

Wichtig ist ihm, dass kontinuierlich -auf Dauer angelegt- gehandelt wird, es nicht um einen schnellen „Show-Effekt“ geht. „Die Rechten in der Politik haben es darauf angelegt, die Demokratie schleichend zu zerstören, damit sie dann die Macht übernehmen können.“, so Baaß. „Sie nutzen dazu alle Methoden: das politische System wird bewusst in Verruf gebracht, zugewanderte Menschen herabgewürdigt, endend in Morden von Attentätern, die sich im Internet radikalisieren.“

Was ist zu tun? – Die Handlungsvorschläge des Bürgermeisters:
Jede/r Bürger/in ist aufgerufen, die Demokratie zu leben und Verantwortung in der Demokratie wahrzunehmen: informieren, beteiligen, engagieren. Denn die Demokratie ist nicht das „politische System“ oder die Parteien, die Demokratie sind wir alle.

Bei jungen Menschen geht es um Bildung und Erziehung in der Demokratie. Um das Sensibilisieren für die Gefahren von Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit, das Stärken des Miteinander von Jugendlichen, das Fördern sozialer Kompetenzen und von Medienkompetenz.

Zuwanderung und Vielfalt ist in Viernheim ein Fakt, ein täglicher Lebensumstand. Zuwanderung aus Nah und Fern. In unserer Stadt leben Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammen. Wie das Zusammenleben in unserer Stadt organisiert ist, welche Rechte und Pflichten es gibt (geschriebene und ungeschriebene Regeln) ist nicht allen bewusst. Das ist eine Situation, die zur Gestaltung aufruft, um Probleme beim Zusammenleben zu vermeiden oder zu verringern. Die erarbeitete und beschlossene Vielfalts- und Integrationsstrategie legt dafür den Grundstein.

Gemeinsam mit dem Schützenverein Viernheim, der seine Verantwortung sehr gut wahrnimmt, möchte ich zur weiteren Sensibilisierung in Schützenvereinen generell beitragen.

An jedem Tag geht es um das Erkennen von Alltagsrassismus: Wie reagiere ich als Bürger am besten?

Mit den Städtepartnerschaften und der Entwicklungszusammenarbeit mit Silly zeigen Kommunalpolitik und Bürgerschaft ihr Interesse an einer offenen und solidarischen Welt und engagieren sich dafür. Dies setzt Zeichen!

Matthias Baaß möchte mit den Medienvertretern in den nächsten Wochen einen Blick darauf werfen, wie in Viernheim schon gehandelt wird, aber auch, was noch zu tun ist. Baaß: „Welche Möglichkeiten habe ich als Bürger/in, um mich in Viernheim zu beteiligen, mich zu informieren und mich zu engagieren? Was leistet die städtische Jugendförderung zusammen mit den Schulen, ausgehend von den Stadtteilbüros? Die beschlossene Vielfalts- und Integrationsstrategie, was bringt sie?“ Auf diesem Weg soll auch die Öffentlichkeit einen Blick in das Innenleben des Gemeinwesens werfen können. Der Bürgermeister: „Einen Blick nach innen werfen, auch, um mir mitzuteilen, wie der Einzelne oder Gruppen dazu stehen und welche Vorschläge möglicherweise noch darüber hinaus gemacht werden.“