Neue Grundschule wahrscheinlich im Bereich „Bannholzgraben“

Arbeitsgruppe zum Konzept wird im Oktober Arbeit aufnehmen

Bürgermeister Matthias Baaß hat den Magistrat in dieser Woche auch zum Sachstand „neue Grundschule“ informiert. Bekanntlich kommt der im Juni diesen Jahres vom Kreistag beschlossene Schulentwicklungsplan (SEP) im Bereich der Grundschulen in Viernheim zum Ergebnis, dass es einer weiteren Grundschule bedarf. Als Standort ist gegenwärtig der Bereich rund um die neu gebaute Kindertagesstätte „Entdeckerland“ im Stadtgebiet „Bannholzgraben“ vorgesehen. Baaß: „Damit würde etwas Realität, was bereits Ende der 90er Jahre beim Entstehen des neuen Wohngebietes meine Vorstellung war, aber damals vom Kultusministerium abgelehnt wurde.“

Zum damaligen Zeitpunkt hatten Stadt und Kreis in ihre Zukunftsplanungen anlässlich des neuen Stadtteils auch eine Grundschule mit aufgenommen, das Land Hessen hatte diesen zusätzlichen Standort in Viernheim aber dann von seiner Genehmigung des damaligen Schulentwicklungsplanes ausgenommen. Von Wiesbaden aus sah man die bestehenden vier Grundschulen als ausreichend an. Somit mussten fortan die Grundschüler aus diesem Wohngebiet auf die bestehenden Grundschulen verteilt werden.

Im neuen Schulentwicklungsplan ist berechnet, dass die Schülerzahlen im Grundschulbereich bis 2024 um knapp 200 Schüler ansteigen, von 1.200 auf rund 1.400 Schüler. Da die baulichen Voraussetzungen in den bereits bestehenden vier Grundschulen (Goethe-, Schiller-, Nibelungen- und Friedrich-Fröbel-Schule) jedoch nicht gegeben sind, hat sich der Kreistag im Sinne eines ausgewogenen Größenverhältnisses zwischen den Viernheimer Grundschulen für den Bau einer neuen 4-zügigen Grundschule in Viernheim entschieden.

Bisher war für den Neubau dieser Schule vorwiegend an einen Standort im Bereich des „Treff im Bahnhof“ (TiB) gedacht worden, um die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern besonders intensiv zu gestalten. Da ein privates Grundstück in die Überlegungen aber nicht einbezogen werden kann, ist dieser Standort mittlerweile hinfällig. Deswegen ist nun der Bereich im Süden des Wohngebietes Bannholzgraben an Priorität 1 gerückt, im direkten Umfeld der Kindertagesstätte „Entdeckerland“ und der dort bereits angesiedelten „Metropolitan International School“ (MIS).

Intensive Zusammenarbeit

Eine intensive Zusammenarbeit mit der Jugendförderung und vielen weiteren Partnern in der Stadt Viernheim soll es aber trotzdem geben: Das Staatliche Schulamt ist bereits auf die Stadt Viernheim zugekommen, um die konzeptionelle Planung der neuen Grundschule zu beginnen.

Baaß: „Staatliches Schulamt, Landkreis Bergstraße und Stadt Viernheim arbeiten hier `Hand in Hand`, um die Bildungssituation für die Zukunft in unserer Stadt optimal zu gestalten. Die Konzeption der neuen Grundschule wird in den bereits laufenden Prozess des kommunalen Bildungsmanagements integriert, die nächste Veranstaltung mit allen Projektpartnern findet dazu Ende Oktober 2020 statt.“

Diese besondere Form der Zusammenarbeit ist vom Kreis Bergstraße in seinem Schulentwicklungsplan gewürdigt worden: „Eine örtlich gestaltete `Kommunale Bildungslandschaft` bzw. ein örtliches Bildungsmanagement kann den Schulträger sehr in der Umsetzung seiner gesetzlichen Aufgaben unterstützen. Der Landkreis war in Viernheim eingeladen, sich in die örtlichen Aktivitäten einzubringen. Die Ergebnisse sind Ausdruck der in Viernheim von allen Schulen gewollten Kooperation.“ Die Ergebnisse des bisherigen Planungsprozesses sind im SEP dokumentiert.

Grundlage der Berechnung des zukünftigen Bedarfs beim SEP sind die aktuellen Geburtenzahlen sowie von den Gemeinden benannte neue Baugebiete. Von der Stadt Viernheim wurde das Erweiterungsgebiet im Bereich Bannholzgraben benannt, aber auch bereits die in einigen Jahren geplante Arrondierung der Nordweststadt. Mit ursächlich für den Mehrbedarf ist aber auch der durch die Ganztagesbetreuung in Grundschulen gewachsene Raumbedarf. Baaß: „Mehr als 50 % der Schülerinnen und Schüler nutzen mittlerweile Angebote der Ganztagesbetreuung, mit weiter steigender Tendenz.“ Um schon gegenwärtig auf den steigenden Raumbedarf zu reagieren, hat der Landkreis bereits zusätzliche Unterrichtsflächen geschaffen (Nibelungenschule).