Gleichstellungsbüro: Aufruf gegen häusliche Gewalt – Appell an die Nachbarschaft in Zeiten von Corona

Flyer in 14 Sprachen erstellt

Verteilung übernehmen Jugendliche

Das Gleichstellungsbüro der Stadt Viernheim bittet auch weiterhin während der andauernden Corona-Krise um besondere Achtsamkeit und Menschlichkeit innerhalb der Nachbarschaft. Die Ausgangsbeschränkungen in Zeiten von Corona sind wichtig und notwendig.

Doch gerade in Paarbeziehungen, in denen häusliche Gewalt immer wieder geschieht, steigt das Potenzial an Gewalt. Wenn gewaltbereite Menschen auf engstem Raum mit der Familie zusammen bleiben, bedeutet das für alle Beteiligten, überwiegend für Frauen und Kinder, ein noch höheres Risiko als sonst.

Mit einem „Aufruf gegen häusliche Gewalt - Appell an die Nachbarschaft“ richtet sich das Gleichstellungsbüro mit einem Flyer in 14 Sprachen an die Menschen in Viernheim: „Den Schutz vor Übergriffen innerhalb von Familien und Partnerschaften können Beratungsstellen im Moment fast nicht bieten. Den Opfern häuslicher Gewalt wird das Telefon weggenommen und der Internetzugang gekappt und schon ist keine Kontaktaufnahme nach außen mehr möglich“, erklärt die städtische Gleichstellungsbeauftragte Maria Lauxen-Ulbrich.

Hier kann Nachbarschaft helfen: Wenn in der Wohnung, im Haus gegenüber oder nebenan ungewöhnliche Geräusche auftreten, es zu Übergriffen kommt oder es vermutet wird, bittet das Gleichstellungsbüro darum, die Polizei unter 110 zu kontaktieren. Das bundesweite Hilfetelefon unter 08000 116016 steht zudem rund um die Uhr zur Verfügung. Das Gleichstellungsbüro der Stadt Viernheim beantwortet ebenfalls Fragen unter 06204 - 988361.

Übersetzt wurde der Flyer „Aufruf gegen häusliche Gewalt – Appell an die Nachbarschaft“ von den interkulturellen Vermittlerinnen des Vereins Lernmobil e.V. Die Verteilung an die Viernheimer Haushalte in diesen Tagen übernehmen Jugendliche, die sich im Rahmen des mehrmals in der Woche stattfindenden Livestreams der städtischen Jugendförderung mit dem Thema „häusliche Gewalt“ auseinandergesetzt und sich sofort für die Verteilung des Flyers bereit erklärt haben.

Häusliche Gewalt und Partnerschaftsgewalt passiert vor unserer Haustür oder in der Nachbarwohnung. Weit über 80% der Opfer von Partnerschaftsgewalt sind Frauen. „Jeden dritten Tag stirbt eine Frau in Deutschland an den Folgen häuslicher Gewalt“, wird auf der Internetseite www.ardaudiothek.de im Artikel „Zahlen, die nicht zählen - Jeden 3.Tag wird eine Frau ermordet“ berichtet.

Wer von Gewalt betroffen ist, wendet sich umgehend an die Polizei unter 110 oder das bundesweite Hilfetelefon 08000 116 016. Das Gleichstellungsbüro der Stadt ist ebenfalls für Fragen erreichbar: 06204 - 988-361 bzw. -364 oder .