Freiwillige Feuerwehr Viernheim: Neubau Funktionsgebäude für die Jugendfeuerwehr erhält Richtkrone

"Ein Glas muss gehen jetzt zu Bruch, so endet nun auch dieser Spruch. Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr, es lebe hoch die Feuerwehr!"

Mit diesen Worten beendete am Freitag, den 11.09.2020 Stuckateurmeister Edmund Scheidel seinen Richtspruch bei der Aufstellung der Richtkrone für den Neubau des Funktionsgebäudes der Jugendfeuerwehr der Stadt Viernheim, zu der Corona bedingt nur ein kleiner interner Teilnehmerkreis aus Mitgliedern von Feuerwehr, Politik, Verwaltung und Handwerk geladen war.

Zuvor hatte Erster Stadtrat Bastian Kempf und zuständiger Dezernent die Gäste auch im Namen des ebenfalls anwesenden Bürgermeisters Matthias Baaß begrüßt. Kempf freute sich über den mittlerweile unübersehbaren Baufortschritt des neuen Funktionsgebäudes seit Baubeginn im Juli diesen Jahres und dankt bei seiner Ansprache allen Beteiligten, die in ihrer Funktion wesentlich zur Realisierung der für die Jugendfeuerwehr wichtigen eigenen Räumlichkeiten beigetragen haben. Im November/Dezember 2020 soll die Baufertigstellung des 140 Quadratmeter großen Funktionsgebäudes sein, "es wäre schön, wenn wir dann in einem etwas größeren Rahmen die Einweihung feiern könnten", hofft Kempf.

Über die Schaffung einer festen Unterkunft für die Jugendfeuerwehr mit Funktionsräumen wie Schulungsraum, Lager, Umkleide- und WC-Räumen hatten sich die städtischen Gremien bereits seit 2016 beraten. Ein passender Standort fand sich auf dem ehemaligen Rasengrundstück zwischen dem Parkplatz der Feuerwehr und der im Südosten gelegenen Zufahrtstraße zum Gelände.

Zu verschiedenen Vorentwürfen, die aufgrund von Gebäudegröße und Raumbedarf zum Zwecke der Jugendfeuerwehr nicht ausreichend ausgestattet waren, wurde eine alternative Neuplanung aus den eigenen Reihen erarbeitet, die dem Raumprogramm und den Nutzungsvorstellungen der Beteiligten der Freiwilligen Feuerwehr letztendlich entsprach und somit von allen getragen wurde.

Dieser um 50 Quadratmeter erweiterte Neuentwurf war Grundlage für die Vergabe der Arbeiten an die Viernheimer Firma Scheidel als Generalunternehmen. Zuzüglich der Kosten für Planung, technische Nachweise, Versorgung mit Haustechnik inklusive Gebäudeentwässerung und anfallende Entsorgungskosten werden sich die Gesamtausgaben für das Projekt auf geschätzte 350.000 € belaufen.

Richtspruch von Edmund Scheidel:

"Der Rohbau steht, sieht anders aus,
als man gewohnt von einem Haus.
Aus Stahl und Holz und vielen Schrauben,
doch halten wird's, das könnt' Ihr glauben.

Wenn's fertig ist sieht man es nicht,
es hat das selbige Gesicht.
Als wär's gemauert und verputzt
und bietet allen guten Schutz.

Das Haus ist für die jungen Leute,
die uns beschützen und voll Freude
bald sitzen hier und werden üben,
uns vor Gefahren zu behüten.

Drum Dank an die, die das genehmigt,
wir danken denen, die's ermöglicht.
Vom Aushub bis zum Zimmermann,
viele Handwerker mussten ran.

Auch gerechnet und gezeichnet,
geprüft, verworfen, neu geleitet,
Dank Architekten und auch Statik,
denn ohne Pläne gibt es Panik.

So wollen wir, denn das ist Sitte,
das Glas erheben mit der Bitte,
der liebe Gott, der soll uns helfen,
das Werk in Bälde zu beenden.

Ein Glas muss gehen jetzt zu Bruch,
so endet nun auch dieser Spruch.
Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr,
es lebe hoch die Feuerwehr."