Stadtverwaltung/Stadtwerke: Klimaneutrale Kita „Entdeckerland“

246 Module á 300 Watt wurden auf dem Dach installiert

Praxisbilanz nach einem Jahr Inbetriebnahme Anfang Juli 2018 war Baubeginn und nach gerade einmal 4 ½ Monaten konnte die neue Kindertagesstätte „Entdeckerland“ in der Walter-Gropius-Allee seiner Bestimmung übergeben werden.

Einer von vielen Vorteilen, die der Neubau in Modulbauweise aufweisen kann. Wichtigster Aspekt bei dem Bauvorhaben war allerdings, dass das Gebäude im Sinne des Klimaschutzes und der Klimaanpassung zukunftsfähig ist. Und dies bestätigt die Praxisbilanz nach einem Jahr Inbetriebnahme, über die nun Bürgermeister Matthias Baaß und Erster Stadtrat Bastian Kempf gemeinsam mit den Bauverantwortlichen von Stadtverwaltung und Stadtwerke bei einem Pressetermin vor Ort informierten.

Brundtlandbeauftragter Philipp Granzow sowie sein Energiekollege Reinhard Wirths, der maßgeblich für die Technik im neuen Gebäude verantwortlich war, stellten die Ergebnisse und Vorteile des klimaneutralen Neubaus anschaulich dar. „Es galt, die selbst gesetzten Energiestandards für die Sanierungen, die in den letzten 20 Jahren unser Hauptgeschäft waren, sinngemäß auf einen Neubau zu übertragen“, erläutert Philipp Granzow eingangs. „Weiterhin sollte das Gebäude funktional und schnell zu errichten sein“, ergänzte Yvonne Meyer-Blankenburg vom Bauverwaltungs- und Liegenschaftsamt, die als Architektin die schnelle Bauweise hervorhob. Welche Bedeutung haben Gebäude im Hinblick auf die Energiewende und den Klimaschutz? 40% des Energieverbrauchs und 1/3 der Treibhausgasemissionen stammen aus dem Gebäudesektor.

„Ohne eine Energiewende in diesem Bereich sind die Klimaschutzziele von Paris nicht erreichbar“, erklärt Reinhard Wirths vom Brundtlandbüro. „Mit dem Kita Entdeckerland gibt es den ersten klimaneutralen Neubau im städtischen Gebäudebestand“. Klimaneutral bedeutet, der Kindergarten produziert mindestens so viel Energie, wie für seinen Betrieb benötigt wird und von dem Betrieb der Kita gehen bilanziell keine CO2-Emissionen aus.

Und die Zahlen bestätigen dies: Insgesamt wurden für die Strom- und Wärmeversorgung für ein Jahr 53.000 kWh Energie benötigt. Durch die auf dem Dach installierte Photovoltaikanlage wurden im Gegenzug knapp 70.000 kWh Strom regenerativ erzeugt. Wirths: „Das Entdeckerland war damit im ersten Betriebsjahr sogar ein Plusenergiegebäude“. Darüber hinaus werden die CO2-Emissionen für die Wärme- und Stromversorgung durch den mit der Photovoltaikanlage erzeugten Strom mehr als vollständig ausgeglichen. Zuständig für die Photovoltaikanlage waren Max Voigt von den Stadtwerken Viernheim GmbH sowie der dortige Abteilungsleiter für technische Dienste Andreas Vondung.

246 Module á 300 Watt wurden auf dem Dach installiert, die zusammen bei prallem Sonnenschein einen Wert von 75 Kilowatt-Peak (kWp) erreichen. Dank einer dichten Gebäudehülle, einer Wärmerückgewinnung bei der Lüftung und einer modernen Holz Pelletheizung bleibt die Kälte des Winters draußen und die Wände und Böden kuschelig warm. Große Fenster sorgen für viel Tageslicht und Lamellenjalousien schirmen trotz ausreichend Lichteinfall die Hitze ab. Ist es doch mal wärmer, kann die Nachtkühle über spezielle Öffnungen ins Haus strömen. „Die 115 Kinder, die in fünf Gruppen betreut werden, haben sich gut eingelebt und fühlen sich wohl“, berichtet die Leiterin Christina Wieland. Besonders begeistert zeigte sie sich von der großzügigen Fläche, auf die sich die Kinder verteilen können, was sich auch positiv auf den Geräuschpegel auswirke.