Corona-Impfung: Stadt unterstützt ihre Bürgerinnen und Bürger ab 80 Jahren – Baaß: „Es wird für Jeden eine Lösung geben“

Servicetelefon des SeniorenBüros beantwortet Fragen

Taxi Herrmann bietet Sondertarife für Fahrten zu Impfzentren nach Darmstadt und Bensheim an

Seit einigen Wochen beschäftigen sich viele Menschen mit der bevorstehenden Corona-Impfung. Gerade ältere Menschen ab 80 Jahren, die der ersten Impfgruppe mit der höchsten Priorität angehören und demnächst die Impfung erhalten sollen, sind verunsichert. Dessen ist sich auch Bürgermeister Matthias Baaß bewusst, der den Personenkreis rechtzeitig mit grundlegenden und klaren Informationen versorgen will. „Der Informationsbedarf bei den Bürgerinnen und Bürgern ist hoch“, berichtet das Stadtoberhaupt, bei dem schon zahlreiche Anfragen per Telefon oder E-Mail eingegangen seien.

Daher wurde nun auch am vergangenen Donnerstag (7. Januar) das angekündigte Schreiben an die laut Melderegister insgesamt 2.153 betroffenen Viernheimer Bürgerinnen und Bürger ab 80 Jahren verschickt, auch wenn noch nicht alle Informationen zu diesem Zeitpunkt vorlagen. In seinem Schreiben macht Bürgermeister Baaß gleichzeitig auf das Servicetelefon aufmerksam, welches nun gemeinsam mit dem städtischen SeniorenBüro eingerichtet wurde und den betroffenen Menschen in dieser Situation zusätzlich Hilfestellung geben soll. Unter der Telefonnummer 06204 988-236 oder 988-336 stehen die Seniorenberater Beate Preuss und Eberhard Schmitt-Helfferich ab sofort montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr sowie montags bis donnerstags von 14 bis 15:30 Uhr den betagten Bürgerinnen und Bürgern für Fragen rund um die Corona-Impfung zur Verfügung. Fragen, die nicht sofort beantwortet werden können, wird das SeniorenBüro klären und die entsprechenden Antworten nachliefern. Unterstützung soll es hier auch durch einen Ansprechpartner im Landratsamt des Kreises Bergstraße geben.

Der Personenkreis ab 80 Jahren wird von der Stadtverwaltung ein weiteres Schreiben erhalten, sobald der Impfstart in Bensheim näher gerückt ist. Auch Informationen zu den Abläufen im Impfzentrum (was muss ich mitbringen?) wird es dann geben. Seit dem 12. Januar können im überregionalen Impfzentrum in Darmstadt Impftermine vereinbart werden.
 
„Die Bürgerinnen und Bürger müssen selbst entscheiden, ob sie nun versuchen, einen Impftermin in Darmstadt zu bekommen oder warten, bis das Impfzentrum in Bensheim öffnet“, erklärt Baaß. Fest stehe jedoch jetzt schon, dass zwei Impftermine in einem zeitlichen Abstand von ungefähr drei Wochen erforderlich sind und beide Impfungen dann in ein und demselben Impfzentrum erfolgen müssten. Eine Impfung für Viernheimerinnen und Viernheimer im benachbarten Baden-Württemberg wurde zwar angefragt, sei aber nach Aussage von Bürgermeister Baaß eher unwahrscheinlich, da die Impfdosen entsprechend auf die einzelnen Bundesländer verteilt würden. Dass es voranginge, habe die Besichtigung des Impfzentrums in Bensheim gezeigt, bei der Baaß sich kürzlich vor Ort ein Bild machen konnte. „Der Ablauf ist so gut durchdacht, dass der maximale Aufenthalt ungefähr 15 Minuten betragen dürfte.“

Wichtig sei jetzt, besonnen zu bleiben, so Baaß, der damit gleichzeitig um Geduld bittet, auch wenn das Impfen jetzt begonnen hat. „Die Impfaktion ist einmalig und hat es bisher in dieser Form noch nicht gegeben. Die gesamten Abläufe sind neu zu organisieren, der Impfstoff ist erst ganz neu zugelassen, die Impfmenge ist begrenzt“, das stelle auch die Verantwortlichen vor eine riesige Herausforderung, erklärt Baaß. Um die anvisierte 60 Prozent-Marke zu erreichen, müssten hessenweit 3,8 Millionen Menschen geimpft werden. Im Kreis Bergstraße seien dies 162.000 Personen und in Viernheim beachtliche 21.000 Bürgerinnen und Bürger.

Taxi-Herrmann bietet Fahrten zu den Impfzentren bereits ab 11,50 Euro an

„Die Impfbereitschaft der Menschen sei hoch“, berichten die Mitarbeitenden Preuss und Schmitt-Helfferich aus den ersten Telefonberatungen. Doch nicht jeder traue sich eine selbständige Fahrt nach Bensheim oder gar Darmstadt zu, egal ob mit dem eigenen Pkw oder den öffentlichen Verkehrsmitteln. Daher wurden bereits im Vorfeld alle in Viernheim mit einer Taxi-Konzession ausgestatteten Unternehmen von Bürgermeister Baaß auf diese Impfsituation aufmerksam gemacht, damit diese Unternehmen möglichst gezielte Angebote für die Zielgruppen unterbreiten können. Umso erfreulicher sei es nun laut Baaß, dass Jochen Faltermann, Inhaber von Taxi-Herrmann, sich viele Gedanken diesbezüglich gemacht und gleich ein erstes Konzept vorgelegt habe, welches Fahrten zu Sondertarifen zu den Impfzentren nach Darmstadt und Bensheim vorsieht – alles Corona-konform.

So stehen für die Fahrten seniorengerechte Taxen mit Trennscheibe sowie Fahrzeuge mit Einstieghilfe oder für Rollstuhlfahrer zur Verfügung, die regelmäßig desinfiziert und gelüftet werden. Die geschulten Fahrer tragen FFP2-Masken und Einweghandschuhe und halten sogar Einwegmasken für die Fahrgäste kostenlos bereit.

Die Preise fallen je nach Fahrtziel und Anzahl der Personen unterschiedlich aus. „Dennoch gilt ein vergünstigter Sondertarif für alle Fahrten“, erklärt Jochen Faltermann, bei dessen Taxi-Unternehmen eine einfache Fahrt zum Beispiel nach Bensheim mit dem „Normal-Tarif“ 50 Euro kosten würde.

Impftaxi

Nach Darmstadt inklusive Wartezeit (1 Stunde) und kostenloser Rückfahrt - 78 Euro
Nach Darmstadt inklusive Wartezeit und kostenloser Rückfahrt für beide Termine - 148 Euro

Nach Bensheim pro Fahrt – 35 Euro
Nach Bensheim inklusive Wartezeit (30 Minuten) und kostenloser Rückfahrt – 45 Euro
Nach Bensheim inklusive Wartezeit und kostenloser Rückfahrt für beide Termine – 88 Euro

Das Impftaxi kann – auch kurzfristig - direkt in der Taxizentrale unter der Rufnummer (06204) 4711 täglich während der Öffnungszeiten von 6 bis 21 Uhr bestellt werden.

Fahrten für Rollstuhlfahrer

Nach Darmstadt inklusive Wartezeit und kostenloser Rückfahrt – 98 Euro
Nach Darmstadt inklusive Wartezeit und kostenloser Rückfahrt für beide Termine – 190 Euro

Nach Bensheim pro Fahrt – 55 Euro
Nach Bensheim inklusive Wartezeit und kostenloser Rückfahrt – 70 Euro
Nach Bensheim inklusive Wartezeit und kostenloser Rückfahrt für beide Termine – 108 Euro

„Sollte die Resonanz positiv verlaufen, werden wir diesen Fahrservice natürlich auch für die anderen Impfgruppen, die danach drankommen, vorhalten“, so der Chef des Taxi-Unternehmens.

Zum Impftaxi ist auch noch ein Impfshuttle nach Bensheim geplant, das in einem regelmäßigen Takt zwischen Viernheim und Bensheim pendeln würde und besonders für mobil eingeschränkte Menschen geeignet wäre (Fahrzeug mit Einstieghilfe). Eine einfache Fahrt für eine Person würde dann 17,50 Euro und für zwei Personen zusammen 23 Euro kosten, was ein Einzelpreis von 11,50 Euro bedeuten würde. „Dies sind jetzt aber erst einmal nur weitere Überlegungen, welche Möglichkeiten es bezüglich des Transports noch geben könnte“, erklärt Faltermann. Die Umsetzung sei abhängig von organisatorischen Voraussetzungen und ist voraussichtlich erst absehbar, sobald auch das Impfzentrum in Bensheim öffnet.

Alle Tarife und weitere Informationen sind in Kürze auch auf www.taxi-herrmann.com/impftaxi nachzulesen.

Eine Übernahme der Kosten für die Fahrten zu den Impfzentren durch öffentliche Fördergelder oder die Krankenkasse wurde zwar angefragt, hier liege aber nach Aussage von Jochen Faltermann noch keine Rückmeldung vor. Wie jedoch aus dem Informationsschreiben des Hessischen Innenministeriums an die über 80-Jährigen hervorginge, können Personen, die bereits jetzt bei ihren Arztbesuchen einen Erstattungsanspruch für Fahrkosten haben, Kontakt mit ihrer Krankenkasse aufnehmen und nachfragen, ob ein Anspruch auf Fahrtkostenerstattung auch für die Impftermine besteht. Sollte die Krankenkasse eine Erstattung ablehnen, würde das Land Hessen die Kosten tragen, heißt es in dem Schreiben.

Für die Stadt Viernheim steht jedoch ganz klar fest, dass eine finanzielle Notlage von Menschen kein Grund sein darf, die Impfung nicht zu bekommen. Baaß: „Betroffene Bürgerinnen und Bürger sollten sich auch in diesem Fall an das SeniorenBüro per Servicetelefon wenden, welches den Fall individuell prüfen lassen wird.“

Auch für Personen, die aktuell nicht transportfähig sind, gibt es vom Innenministerium eine Lösung, denn diese können sich zu einem späteren Zeitpunkt durch die mobilen Impf-Teams impfen lassen.

Allen Verantwortlichen ist bewusst, dass die Lebenssituationen bei den Menschen ab 80 Jahren sehr unterschiedlich sein werden. „Für Jeden wird es eine passende Lösung geben, niemand geht vergessen“, betont Baaß.