Bürgerengagement: Viernheim tritt dem Netzwerk „Engagierte Stadt“ bei

„Viernheimer Vermächtnis“ als Projekt

Vor rund 10 Jahren hat Frau Edeltraud Wacker der Stadt Viernheim ihr Vermögen vererbt. Ein großer Teil davon ging mit der Aktion „Aus eins mach zwei“ an die Bürgerstiftung Viernheim. Die Stadt verdoppelte von Bürgern an die Bürgerstiftung geleistete Spenden aus dem Barvermögen dieses Erbes. Heute findet sich im Wohngebiet Am Schmittsberg II die „Edeltraud-Wacker-Straße“. Solche dem Gemeinwohl dienenden Aktionen sind nur möglich, wenn potentielle Gönner und Erblasser die Stadt und ihre Institutionen in den Blick nehmen und bei einer Schenkung oder Erbe nicht ausschließlich an nationale oder internationale Institutionen denken. Mit der Idee des „Viernheimer Vermächtnisses“, die nach einem Vereinsfrühschoppen entstanden ist, will die Stadt Viernheim nun genau das erreichen: Die Aufmerksamkeit auf die vielen Vereine und Organisationen in Viernheim lenken, die sich mit ehrenamtlichem Engagement für das Gemeinwohl der Bürgerinnen und Bürger einsetzen und von Schenkungen oder Erbschaften profitieren würden.

Harald Hofmann, bei der Stadtverwaltung zuständig für die Bürgerkommune und Engagementförderung: „Um solch ein Bewusstsein für ein „Viernheimer Vermächtnis“ in unserer Stadt zu schaffen, braucht es ein Netzwerk, um im Rahmen eines Erbschaftsmarketings in vielfältiger Weise tätig werden zu können.“

Zu Nutze machen möchte sich die Stadt Viernheim dabei das bundesweite Netzwerk „Engagierte Stadt“, dessen Partner unter anderem die Bertelsmann Stiftung, das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement, der Deutsche Städtetag und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sind.

Als „Engagierte Stadt“ werden Verantwortungsgemeinschaften aus Akteuren der Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung und Wirtschaft auf ihrem gemeinsamen Weg zu mehr Zusammenarbeit für Engagement und Beteiligung vor Ort begleitet sowie beim bundesweiten Austausch und Wissenstransfer unterstützt. Der Beitritt im Juli dieses Jahres bietet der Stadt Viernheim nun die Möglichkeit, die Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren weiter auszubauen und neue Ideen für ein Erbschaftsmarketing in Viernheim zu erhalten, um das Projekt „Viernheimer Vermächtnis“ weiter voranzutreiben. Die Mitgliedschaft ist für die einzelnen engagierten Städte kostenlos.

Bürgermeister Matthias Baaß: „Wir sind dem Netzwerk gemeinsam mit unserer Nachbarstadt Weinheim, mit Neustadt an der Weinstraße in Rheinland-Pfalz und mit dem Verein „Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar“ beigetreten. Drei Städte aus drei Bundesländern arbeiten gemeinsam mit dem Verein zusammen, um die Strategie zum Bürgerengagement, die sich die Metropolregion gegeben hat, umzusetzen.“

Die Netzwerkstruktur sieht für jede neue Engagierte Stadt die Begleitung durch eine bisherige Engagierte Stadt als Tandempartner/Mentor vor, um diese beim Start mit der Praxisexpertise und Erfahrung langjähriger Engagierter Stadt-Experten zu unterstützen. Hier wurde von Seiten des Programmbüros Engagierte Stadt für Viernheim die Stadt Rösrath in Nordrhein-Westfalen ausgewählt, deren Hauptverantwortliche sehr stark im Bereich Fundraising (Akquisition von Geldern / Mitteln) aktiv ist und Viernheim bei Fragen zum „Viernheimer Vermächtnis“ mit neuen Impulsen zur Seite stehen wird.

Auch einzelne Aktionen wie zum Beispiel der „Freiwilligentag“, der auf einer Viernheimer Idee basiert oder das „Weiterbildungsprogramm im Ehrenamt“ werden durch das neue Netzwerk in einem noch größeren Zusammenhang ihre Wirkung entfalten. Bundesweit gibt es nun 73 Engagierte Städte, Tendenz steigend. Bis 2023 soll das Netzwerk sukzessive auf bis zu 100 Städte, Gemeinden und Stadtteile anwachsen. Alle Beteiligten Städte und Partner, weitere Informationen und Neuigkeiten finden sich unter www.engagiertestadt.de.

Beim nächsten Vereinsfrühschoppen am 1. November, dem Corona-bedingt ersten in diesem Jahr, wird das Netzwerk den Vereinsvertretern vorgestellt. Dabei soll es auch um andere Themen wie zum Beispiel die Herausforderungen für Vereine in Corona-Zeiten und Unterstützungsmöglichkeiten durch die Verwaltung gehen.

Ansprechpartner ist Harald Hofmann im Amt für Kultur, Bildung und Soziales, Fachbereich Bürgerkommune und Engagementförderung, Telefon 06204 / 988 407,